Steinberger Bibelausstellung

Musik zur Bibel in der Waldkapelle

Programm der „Musik zur Bibel“

Steinberger Bibelausstellung in der Waldkapelle

Stichwort: Steinberger Evangeliar

Vorrede zum Reprint „Steinberger Evangeliar“

Die 70 Mitwirkenden beim „Steinberger Evangeliar“:

Die „Steinberger Bibelausstellung“ im Detail

Musik zur Bibel in der Waldkapelle

DIETZENBACH-STEINBERG. Musik zur Bibel erklingt am Samstag, 1. November um 18 Uhr in der Waldkapelle der Evangelischen Martin-Luther-Gemeinde Steinberg, Waldstraße 12. Anlässlich des „Jahres der Bibel 2003“ haben sich die musikalischen Gruppen der Steinberger Kirchengemeinde zusammengeschlossen, um auf ihre Weise in einem Konzert das „Buch der Bücher“ zu würdigen. Kirchenchor, Posaunenchor, Gitarren- und Flötenkreis haben ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt, dessen Bestandteile jeweils einen deutlichen Bezug zur Bibel haben. Darüber hinaus werden von Juliane Girbardt „biblische“ Harfenklänge zu hören sein. Der Pianist Thomas Grewe hat eigens für das Konzert eine „Phantasie zur Bibel“ komponiert. Im Anschluss an das Konzert wird der Dietzenbacher Bürgermeister Stephan Gieseler als Schirmherr die Steinberger Bibelausstellung eröffnen. Der Eintritt ist frei.

Programm der „Musik zur Bibel“

Posaunenchor (Leitung Gustav Schnabel): „Jauchzet dem Herrn, alle Welt“ (Psalm 100) von Felix Mendelssohn-Bartholdy

Kirchenchor (Leitung Katharina Götz) בוטֿיכ הוהיל ודוה (Psalm 118) von Louis Lewandowski

Juliana Girbardt (Harfe): Brian Boru's March (Irisches Volkslied), Arabesque (Fréderic Burgmüller), Mexican Wedding Song (Nancy Gustavson), Acht (Bernard Andrès)

Choral: „Herr, öffne mir die Herzenstür“

Flötenkreis (Leitung Eva-Maria Handschuch): Suite in F-Dur für zwei Altblockflöten und Continuo von Christian Friedrich Witt

Saitensprung (Leitung Charli Rothman): The Sure Hope (Lied aus Armenien), Behutsames Tänzchen von Konrad Wölki

Grußwort von Bürgermeister Stephan Gieseler zur Eröffnung der Steinberger Bibelausstellung

Choral: „Wohl denen, die da wandeln“

Thomas Grewe (Klavier): Phantasie zur Bibel

Flötenkreis: Quartettino für drei Altblockflöten und Continuo von Alessandro Scarlatti

Kanon: „Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht“

Saitensprung: Suite in C-Dur für vier Gitarren von Paul Peuerl

Kirchenchor: Vater unser, der du bist im Himmel! Von Heinrich Schütz

Posaunenchor: Wie lieblich sind deine Wohnungen (Psalm 84) von Gustav Merkel

 

Steinberger Bibelausstellung in der Waldkapelle

DIETZENBACH-STEINBERG. Im gesamten November wird der östliche Teil der Steinberger Waldkapelle, Waldstraße 12 im Zeichen einer ganz besonderen Ausstellung stehen: Zum „Jahr der Bibel 2003“ hat die Evangelische Martin-Luther-Gemeinde eine eigene Bibelausstellung auf die Beine gestellt. Weit über vierzig Bibelausgaben aus vier Jahrhunderten werden in der Waldkapelle zu besichtigen sein: Kostbare Familienbibeln, fremdsprachige Bibelausgaben, Bibeln mit einer ganz besonderen Geschichte und auch die kleinste Bibel der Welt werden den Besuchern präsentiert. Ergänzt wird die Ausstellung durch biblische Pflanzen, archäologische Fundstücke aus dem Heiligen Land, Schautafeln, Poster und Musik. Prunkstück der Ausstellung ist das „Steinberger Evangeliar“: In den letzten Monaten haben 70 Menschen je eine Seite aus dem Matthäusevangelium abgeschrieben und auf ihre Weise künstlerisch gestaltet. In Leder gebunden ist so das „Steinberger Evangeliar“ zum Zeugnis der Auseinandersetzung unterschiedlichster Menschen unserer Zeit mit dem biblischen Text geworden. In einer verkleinerten Reproduktion kann das Evangeliar auch zum Preis von 10.-€ während der Ausstellung erworben werden.

Die Steinberger Bibelausstellung wird am Samstag, 1. November mit einem Konzert um 18 Uhr in der Waldkapelle eröffnet. Die Ausstellung kann den ganzen November über jeweils Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr sowie vor und nach den Gottesdiensten besucht werden. Führungen auch zu anderen Zeiten sind nach Vereinbarung (Evangelisches Pfarramt Tel. 06074/23518) möglich. Der Eintritt ist frei.

Stichwort: Steinberger Evangeliar

Sich der Bibel auf eine ungewöhnliche Art und Weise nähern, so ließe sich das Projekt „Steinberger Evangeliar“ der Evangelischen Martin-Luther-Gemeinde Steinberg kurz umschreiben. Bei der Vorbereitung auf das Sommerfest der Kirchengemeinde als Idee geboren, sollte das Evangeliar zu dem Projekt der Protestanten Steinbergs im „Jahr der Bibel 2003“ werden. In einer Zeit, in der die Handschrift als unverwechselbarer Ausdruck der Persönlichkeit immer mehr von den elektronischen Kommunikationsmöglichkeiten in den Hintergrund gedrängt wird, haben sich siebzig Menschen im Alter von 11 bis 77 Jahren gefunden, die den Text des Matthäusevangeliums ganz buchstäblich in die Hand nahmen und auf handgeschöpftes Papier brachten. So unterschiedlich wie diese siebzig Menschen wurde dann auch das fertige Evangeliar: Seiten mit dicht an dicht gedrängten Buchstaben werden abgelöst von raumgreifenden Passagen, in Sütterlin geschriebene Seiten stehen neben Blättern mit griechischen und koptischen Schriftzeichen. Darüber hinaus werden etliche der Seiten ergänzt durch vom biblischen Text inspirierte Zeichnungen, Gemälde und Aquarelle. In kostbares Leder gebunden ist das „Steinberger Evangeliar“ das Prunkstück der Steinberger Bibelausstellung und ist im November Montags bis Freitags jeweils von 18 bis 19 Uhr in der Steinberger Waldkapelle, Waldstraße 12, zu bestaunen.

Vorrede zum Reprint „Steinberger Evangeliar“

Es wäre wohl recht und billig, dass dies Buch ohn alle Vorrede und fremden Namen ausginge und nur seinen ihm selbst eigenen Namen und Rede führete.

Mit diesen Worten begann Martin Luther vor 481 Jahren die Vorrede zu seiner Übersetzung des Neuen Testaments. Auch wenn der große Reformator und Namensgeber unserer Gemeinde das Johannesevangelium eindeutig mehr schätzte als das Evangelium des Matthäus: Die Initiatoren des Projektes Steinberger Evangeliar haben dem ersten Buch des Neuen Testamentes dennoch den Vorzug gegeben. Mag sein, weil der Evangelist eine ganz besondere Beziehung zu „Bergen“ hat; mag sein, weil die vielen Zitate aus dem Alten Testament eine Brücke zu den jüdischen Wurzeln unseres christlichen Glaubens schlagen; mag sein, weil das Ende des Buches („Matthäi am Letzten“) von uns als ganz besonderer Auftrag und Verpflichtung empfunden wurde.

Wie dem auch sei: Das Steinberger Evangeliar ist eine Gemeinschaftsleistung fast biblischen Ausmaßes geworden. Die Tradition will es, dass vor 2200 Jahren siebzig Menschen für die Übersetzung des hebräischen Alten Testaments ins Griechische innerhalb von siebzig Tagen verantwortlich zeichneten. Auch siebzig mit unserer Gemeinde verbundene Menschen zwischen 11 und 77 Jahren haben das gedruckte Wort in ihre Hände genommen und zu Papier gebracht: In einer Zeit von Laserdruckern und elektronischen Kurzbotschaften ein durchaus gewagtes und ungewöhnliches Unterfangen. Doch es hat sich gelohnt: Das Steinberger Evangeliar ist zu einem wirklich einmaligen Ausdruck der Beschäftigung unterschiedlicher Menschen mit einem biblischen Buch geworden. Das wird vor allem in dem gebundenen Original deutlich, das in unserer Waldkapelle zu besehen ist.

So sei auf diesem Wege allen herzlich gedankt, die mit Fleiß und Ideen, Kunstfertigkeit und Kreativität, Ausdauer und Hartnäckigkeit zum Gelingen dieses Projektes zum Jahr der Bibel 2003 beigetragen haben.

Mit diesem Nachdruck wollen wir nun allen Interessierten das Steinberger Evangeliar zugänglich und erschwinglich machen: Als Erinnerung, zum Anschauen und Durchblättern, und nicht zuletzt zum Lesen. Auf dass wir spüren, was Evangelium heißt: Gute Nachricht – Frohe Botschaft. Nun kann ja der arme Mensch, in Sünden, Tod und zur Hölle verstrickt, nichts Tröstlicheres hören, als solch teure, liebliche Botschaft von Christus, und muss sein Herz von Grund auf lachen und fröhlich drüber werden, wo er glaubt, dass es wahr sei. (Martin Luther - Vorrede zum Neuen Testament 1522)                                                                                      Uwe Handschuch, Pfarrer

 

Die 70 Mitwirkenden beim „Steinberger Evangeliar“:

Ingrid Albrecht, Kurt Albrecht, Gabi Andresen, Michael Andresen, Anonymus, Sabine Beyer, Uwe Beyer, Amina Bruch, Günther Burgey, Lore Burgey, Gwan-Young Chung, Edith Conrad, Klaus Dallmann, Hans Dieter Flaig, Jürgen Gamradt, Dieter Gebel, Stephan Gieseler, Ilse Gräfin von der Schulenburg, Thomas Grewe, Valerie Gurskij, Diana Hamann, Eva-Maria Handschuch, Uwe Handschuch, Regina Hanel, Christine Hannemann, Helena Hejplik, Verena Hettche, Torsten Irion, Waltraud Irion, Constanze Irion-Gleißberg, Lisa Jerwan-Keim, Anna Lisa Kanngießer, Friedrich Keller, Jana Keller, Andrea Klein, Inga Knigge, Reinhild Knigge, Kristian Lanzki, Marlies Lanzki, Bok-Sun Lee, Günter Mann, Irene Melzer, Friederike Mühleck, Patrick Mühleck, Hildegard Nondorf-Stroh, Angelika Ostwald, Traudel Pavelka, Christine Porst, Clemens Porst, Gertrud Riemer, Marcel Riemer, Reinhard Riemer, Sarah Riemer, Sylvia Riemer, Wolfgang Riemer, Gina Rossollek, Hilde Rossollek, Siegfried Rossollek, Wilfried Rothermel, Charli Rothman, Gunda Saenger, Horst Schäfer, Gustav Schnabel, Hans Schmidt, Ursula Schmitt, Ronja Stroh, Gisela Tscheuschner, Regina Weber, Ulrike Wegner, Mareike Wust.

Die „Steinberger Bibelausstellung“ im Detail

Schirmherr der Bibelausstellung: Bürgermeister Stephan Gieseler

Kuratorin der Ausstellung: Eva-Maria Handschuch

Ausstellungsstücke:      Bibeln, Kunstgegenstände, archäologische Repliken, Pflanzen, Realien, Gesangbücher, Katechetische Unterweisungen, Gebetbücher insgesamt ca. 110 Exponate

Bibeln aus fünf Jahrhunderten:

69 verschiedene Bibelausgaben (Familienbibeln, wissenschaftliche Ausgaben, versch. Sprachen)

davon: 31 verschiedene Ausgaben der Lutherbibel

Älteste Bibel der Ausstellung: Lutherbibel (Nürnberg 1644)

Jüngste Bibel der Ausstellung: Gute-Nachricht-Bibel auf Smart-Card (Stuttgart 2003)

Kleinste Bibel der Welt: ca. 3 x 3 cm (Microfilm)

Größte Bibel der Ausstellung: Steinberger Evangeliar (30,5 x 44 cm)

Schwerste und dickste Bibel der Ausstellung: Lutherbibel, Sachsen vor 1793 (6 kg, 20 cm)

Bibelausgaben in 17 Sprachen (deutsch, hebräisch, griechisch, lateinisch, aramäisch, syrisch, äthiopisch, koptisch, armenisch, georgisch, arabisch, malayalam, englisch, französisch, spanisch, russisch, niederländisch)